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Was ist Psychotherapie?

 

Psychotherapie ist die Behandlung von psychischen („seelischen“) Erkrankungen mithilfe von wissenschaftlich anerkannten Verfahren, Methoden und Techniken. Psychische Erkrankungen können das Erleben, Verhalten sowie das geistige und körperliche Wohlbefinden stark beeinträchtigen und mit einer Einschränkung der Lebensqualität einhergehen. Dazu zählen unter anderem Depressionen, Ängste, Essstörungen, Zwänge oder psychosomatische Erkrankungen sowie Belastungsreaktionen. Psychotherapie ist die gezielte Behandlung einer psychischen Krankheit mit dem Ziel, eine Verbesserung des Zustands sowie eine Linderung des Leidendrucks zu erreichen. Sie erfolgt über das persönliche Gespräch (im Gegensatz zur medikamentösen Behandlung) und ist zeitlich begrenzt. Eine Psychotherapie ist dann ratsam, wenn psychische Probleme zu Krankheitserscheinungen führen und die alltäglichen Anforderungen des Lebens nicht mehr bewältigt werden können.

Von den gesetzlichen Krankenkassen werden zur Zeit 4 Verfahren der Psychotherapie erstattet: die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die systemische Therapie sowie die analytische Psychotherapie. Diese werden von Psychologischen oder Ärztlichen Psychotherapeuten angeboten.

Aufgrund der anfallenden Wartezeiten auf einen Platz für Psychotherapie ist es sinnvoll, sich bei akuten Krisen an den Hausarzt oder folgende Adressen zu wenden. Bei einer bestehenden Suchterkrankung wenden Sie sich bitte an die Suchtberatungsstellen.

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Therapieablauf

Bei einer ersten telefonischen Kontaktaufnahme können organisatorische Fragen geklärt und bei vorhandener Kapazität ein Termin für ein Erstgespräch vereinbart werden. Dieses dient der diagnostischen Abklärung und der Einschätzung, ob eine Psychotherapie angezeigt ist.

In den weiteren Terminen, den probatorischen Sitzungen, lernen sich Patient/-in und Therapeutin kennen, erfassen die Problematik genauer und erarbeiten Ziele für die Psychotherapie. Ist eine Therapie indiziert, wird diese im Anschluss an die Probatorik bei der Krankenkasse beantragt.

Nach der Genehmigung durch die Krankenkasse umfasst die Therapie entweder 2 x 12 (Kurzzeittherapie) bzw. 60 Sitzungen (Langzeittherapie). In der Regel erfolgen die Sitzungen wöchentlich oder vierzehntägig und dauern jeweils 50 Minuten. Die Therapie findet überwiegend in Einzelkontakten statt, möglich sind jedoch auch gruppentherapeutische Angebote zu speziellen Problembereichen.

 

Kostenübernahme

Gesetzlich Versicherte:

Die Behandlung wird bei gegebener Indikation und psychischer Erkrankung vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Es wird lediglich die Krankenkassenkarte benötigt; eine Überweisung des Hausarztes ist nicht erforderlich.

 

Privat Versicherte / Beihilfe:

Privat Versicherte haben die Möglichkeit, bei ihrer Krankenkasse eine Kostenübernahme zu beantragen. Bitte informieren Sie sich vorab bei Ihrer Krankenkasse, ob und in welchem Umfang die Psychotherapie in den Leistungen enthalten ist. Sollte die Psychotherapie nicht vollumfänglich in den Leistungen enthalten sein, müssen Sie eventuell entstehende Differenzbeträge selbst tragen. Die Abrechnung erfolgt auf der Grundlage der offiziellen Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP).

 

Selbstzahler:

Es besteht auch die Möglichkeit, die Therapiekosten selbst zu tragen. In diesem Fall werden ebenfalls die aktuellen Kostensätze der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) zu Grunde gelegt.

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